Meine Haltungen, woran ich glaube, wofür ich stehe

Ich glaube an die Kraft, die entsteht, wenn Menschen ihre Arbeit als etwas Sinnvolles erleben. Wo Mitarbeiter Teilhabe an einem größeren Ganzen erfahren und Beiträge dafür leisten können werden Potenziale und Ressourcen frei gesetzt. Es ist jene Einmaligkeit und Einzigartigkeit, die jeden einzelnen Menschen auszeichnet und einem jedem einzelnen Dasein erst Sinn verleiht sowohl in Bezug auf ein ganz spezielles Werk oder eine konkrete Leistung. Das spüren Kunden dann auch sehr direkt. Ich kenne allerdings auch die zerstörerische Wirkung von Bevormundung, Besserwisserei und Zerstörung von Sinn durch pathologische Narzissten und Technokraten im Management. Das sind dann jene, die ständig auf der Suche nach Problemen aber nicht wirklich lösungsfähig sind.

Ich glaube, das Erreichen von Zielen, Veränderung und Neugestaltung von Wirklichkeit bedeutet mehr als lediglich auf einen erwünschten Zustand hin arbeiten. Es geht um Entscheidung für etwas. Entweder einmalig, dann, wenn es kein Zurück mehr gibt oder immer wieder neu bei jedem Schritt auf einem Weg, der sich vielleicht nicht immer so planen und gestalten lässt wie wir ihn gerne hätten.

Ich glaube, Führung kann zu ihrem Gelingen von Transformation beitragen durch Einladung, Anregung, Inspiration, Ermunterung und aktive Unterstützung. Berührend, wertschätzend und einfühlsam. Die schneidende Kälte guter Ratschläge ebenso vermeidend wie die manipulativen Ansätze extrinsischer Motivation. Wo Veränderung gemanagt oder von oben gesteuert wird, wo Mitarbeiter unmündig gehalten und „an die Hand genommen“ werden, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern. Und das ist gut so.

Ich stehe für professionelles Führungs-Handwerk. Handwerk kann erlernt und zur Meisterschaft entwickelt werden. Es hat sehr viel zu tun mit gründlichem Durchdenken des verantworteten Geschäfts oder der Aufgabe, mit Strukturierung, Schaffung von Orientierung und Ausrichtung, mit Organisation von Zusammenarbeit, der Ermöglichung von Entwicklung, der Erzielung von Resultaten, aber auch mit Schaffung von Freiraum – für sich selbst und für die Mitarbeiter, die für die Erbringung der Leistung benötigt werden. Führung kann Freude machen, wenn dieses Handwerk meisterhaft beherrscht wird oder sich auf dem Weg dazu erste Erfolge einstellen.

Ich glaube nicht, dass es dafür die eine große Führungspersönlichkeit, den Leader oder Supermann braucht, der alles wissen und in der Hand halten muss, den Alles-Entscheider oder Strippen-Zieher, ohne den in der Organisation nichts geht. Abgesehen davon, dass ein solcher mit der Bewältigung von zunehmender Komplexität und bei der Vielfalt der Aufgaben hoffnungslos überfordert wäre. Die Geschichte und die täglichen Erfahrungen des Berufslebens zeigen, dass solche Figuren oft genug mehr Schaden als Nutzen stiften. Nein, es braucht Führungsfähigkeit, die dafür sorgt, dass das Ganze mehr ergibt als die Summe der Teile.

Ich glaube, Führung 4.0 wird sehr viel mit Selbstorganisation, Selbstdisziplin, Selbstverantwortung und Selbststeuerung zu tun haben und das herkömmliche Rollenbild von Führungskräften noch mehr durcheinander bringen. Nichts desto trotz werden auch selbstorganisierte Organisationen Führung und Führungsfähigkeiten brauchen.